FAQ zum Namensprozess

Zum Prozess der Namensfindung

Rund um «Viva Kirche»

Folgen für die Lokalkirchen

Zum Prozess der Namensfindung

Warum steht nur ein Namen zur Auswahl?

Mit dem Namen soll eine Profilschärfung stattfinden und jeder Name hat seine Bedeutung in eine anderer Richtung. Am 20. November stimmen wir nicht nur über einen Namen ab, sondern auch über dessen Bedeutung und damit wiederum die Ausrichtung unseres Verbands. Wir glauben daher nicht, dass die Namensgebung der richtige Ort für eine Abstimmung über verschiedene Möglichkeiten ist. Zudem lassen die markenrechtlichen Abklärungen nicht so einen grossen Spielraum, wie man vielleicht meinen könnte. Vorstand und Leitung haben sich aus diesen Gründen entschieden, einen Namen zur Abstimmung vorzuschlagen. Wird er von den Delegierten nicht angenommen, bleibt es bei «Chrischona».

Waren das tsc und die Campus AG Teil des Prozesses?

Nein, das Theologische Seminar St. Chrischona (tsc), die Chrischona Campus AG und Chrischona Schweiz sind seit 2019 eigenständige Organisationen. Wir haben das tsc über unseren Prozess informiert und ihnen verdeutlicht, dass die Absicht, den Namen zu ändern, weder unsere Freundschaft noch unserere Unterstützung zu ihnen infrage stellt. Das tsc hat uns im Prozess bestärkt und freut sich über die Profilschärfung, die der neue Name für unseren Gemeinbauauftrag in der Schweiz darstellt.

Bedeutet ein neuer Name nicht, dass wir unsere Wurzeln zu Chrischona abschneiden?

Wir beabsichtigen in keinster Weise, unsere Wurzeln zu verleugnen oder abzuschneiden. Wir wollen hier nichts zerstören. Wir arbeiten als «Chrischona Schweiz» und «Theologisches Seminar St. Chrischona» nach wie vor eng als Netzwerkpartner zusammenarbeiten und investieren viel in dieses Netzwerk und das theologische Seminar. So sind wir in diversen Leitungsgremien nach wie vor vertreten und investieren viel Zeit und Herzblut ins tsc und ins tsc-Netzwerk. Gleichzeitig ist es eine Realität, dass wir juristisch seit 1997 nicht mehr eine Organisation sind und seit 2019 auch keine gemeinsame Dachorganisation (Chrischona International) mehr haben. Es ist auch für das tsc nicht nur gut, wenn man es zu stark mit lediglich einem bestimmten Gemeindeverband in Verbindung bringt. Und wir müssen als Verband je länger je mehr lernen, auch «eigenen Beinen» zu stehen. Diese bereits gegebene Realität würde durch einen neuen Namen offensichtlich und durch ein Beibehalten des bisherigen Namens etwas kaschiert. Vielleicht ist es gut, wenn die Realitäten nun von allen als solche erkannt werden.

Wie teuer wird der Namenswechsel?

Wir schätzen die Kosten für den Namen des Verbandswechsel für 2021 und 2022 mit total 50 000. Wenn eine Lokalkirche den Namen auch ändert, fallen für sie geschätzte Kosten von ca. CHF 7’000 bis 10’000 an. Dies ist abhängig von den Gegebenheiten vor Ort, ob bspw. viele Publikationen neu geruckt werden müssten, wie viele Gebäude-Beschriftungen ausgetautscht werden müssten usw.

Was geschieht, wenn die Delegierten 'Nein' sagen?

Dann ist das Nein. «Viva Kirche» ist dann vom Tisch, der Verband bleibt beim Namen «Chrischona».

Jetzt geht alles sehr schnell, wie seriös war dieser Prozess?

Wir haben diesen Prozess nach bestem Wissen und Gewissen über die letzten Jahre geführt. Hier die wichtigsten Stationen in der Übersicht:

  • Mai 2018: Vorstand und Leitung stellen den Antrag, die Kosten und Folgen eines Namenswechsels abzuklären. Der Antrag wird angenommen
  • Schnell wird klar: Vor dem Namen muss der Auftrag geklärt sein. Vorstand und Leitung initieren daraufhin einen Auftrags- und Visionsprozess mit einer externen Fachperson. Der Auftrag an die Firma «xpand» ist dabei, einen Grossgruppenprozess zu ermöglichen, bei dem die Mitarbeiterschaft, die Gemeindeleitungen und die Delegierten mitprägen können. An drei Halbtagen (Pastoren an den Retraiten im Mai 2020, und die gesammte Grossgruppe im August 2020 in Biberist und Oktober 2020 aufgrund von Corona an sechs Orten) geben sie dem Vorstand und der Leitung die Richtung vor. Den Abschluss bilden die Bestätigung der Vision durch die Delegiertenversammlung im Mai 2021 und die Konferenz Chrischona Schweiz im März, wo die Vision thematisch ein erstes Mal verarbeitet wird.
  • Ab November 2019 starten parallel zum Auftrags- und Visionsprozess Recherchen über Vor- und Nachteile sowie konkrete Namensideen.
  • Mai 2020: Eine Umfrage unter Pastoren und Pastorinnen zeigt: 2/3 würden einen Namenswechsel begrüssen. Eine Folgeumfrage im Oktober 2020 unter den Gemeindeleitungen bestätigt das Bild. Im November 2020 wird die Delegiertenversammlung über die Ergebnisse informiert.
  • Anfang 2021: Sechs Branding-Firmen werden evaluiert, die «Corporate Naming Agentur» macht das Rennen. Mit ihr zusammen wird ein Prozessdesign erstellt. An der Delegiertenversammlung im Mai 2021 stellt Vorstand und Leitung den Antrag, einen Namensfindungsprozess starten zu können. Der Antrag wird angenommen.
    • Entsprechend dem Prozessdesign wird nun eine Projektgruppe gestartet, die den Versand repräsentativ vertreten kann. Es wird auf eine Ausgewogenheit zwischen Männer und Frauen geachtet, alt und Jung, Regionen, Gemeindegrössen und dass sie sich aus Mitgliedern von Vorstand, Leitung, Pastorenschaft und Gemeindeleitung zusammensetzt
    • Diese trifft sich während mehreren Sitzungen mit der Agentur und evaluiert mögliche Namen. Von über 6000 durch die Agentur erstellten Möglichkeiten arbeitet sie sich herunter auf 4 Namen
    • Diese werden Vorstand und Leitung vorgelegt. In weiteren drei Meetings, begleitet mit Abklärungen durch einen Markenrechtsanwalt, entscheidet sich dieses Gremium letztlich für einen Namen: Viva Kirche.
  • Am 20. November stimmen die Delegierten über den Namenswechsel ab.

Rund um «Viva Kirche»

«Viva Kirche» - geht auch nur «Viva»?

Der Name «Viva» alleinstehend lässt sich nicht schützen, unser eingetragenener Markennamen wird «Viva Kirche» sein. Der Zusatz Kirche ist aber nicht nur ein Anhang, sondern ein im Prozess gewachsenes Element, das uns sehr wichtig ist, weil er gemeinsam mit Viva auf den Punkt bringt, was wir sein wollen: Eine Kirche, in der gelebt wird. Sollte sich der Verband umbenennen, würde er also nicht «Viva» heissen, sondern «Viva Kirche». Dies würde auch für die Lokalkirchen gelten, wenn sie den Namen übernehmen. Umgangssprachlich ist es durchaus denkbar, dass mehrheitlich von «Viva» gesprochen wird. Als Beispiel: Man bestellt meist im Laden auch eine «Cola», obwohl der offizielle Name «Coca Cola» heisst.

Der neue Name baut auf der Vision auf - Wie lautet diese?

Wir leben Kirche
vernetzen, inspirieren, fördern
mit Menschen, Kirchen und Gesellschaft

Wenn in 20 Jahren die Vision wieder ändert, ändert auch der Name?

Wenn wir uns über einen neuen Namen Gedanken gemacht haben, folgte es einer grossen Logik, diesen Namen von der aktuellen Vision «Wir leben Kirche» her zu suchen. Es ist jedoch unrealistisch und auch nicht beabsichtigt, den Namen bei jeder Änderung der Vision entsprechend anzupassen. «Viva» mit seiner Bedeutung «Leben» scheint uns ein nachhaltiger und langlebiger Begriff zu sein und ein sehr zentrales Element des christlichen Glaubens (ewiges Leben; Leben aus dem Geist, im Geist, aus dem Wort Gottes etc.) auszudrücken.

Nein, wir werden ein Logo mit Fachleuten zusammen entwickeln, aber Priorität hat die Frage, ob es zum Namenswechsel kommt.

«Viva» wird im rätoromanischen Sprachraum beim Anstossen gesagt. Wird das zum Problem?

Wir haben bei mehreren Personen aus dem rätoromanischen Sprachraum nachgefragt, wobei die Rückmeldung einhellig war: Der Name «Viva Kirche» würde auch in diesem Sprachraum sehr gut funktionieren. «Viva» wird dort nicht primär mit «Prost» oder «Prosit» in Verbindung gebracht, sondern mit Leben. Der Name würde bei der breiten Masse der rätoromanischen Schweiz funktionieren und positive Assoziationen auslösen. «Viva» bedeutet auf Rätoromanisch nicht «Prosit», sondern «Leben» oder «lebe». Man benutzt dieses Wort auch, wenn jemand geniest hat. So wie man auf Schweizerdeutsch sowohl beim Anstossen als auch nach dem Niessen «Gsundheit» sagen kann, so eben im Rätoromanischen «viva». Im Hebräischen entspräche das in etwa dem «Lechaim», was «auf das Leben» bedeutet.

Folgen für die Lokalkirchen

Müssen die Lokalkirchen den neuen Namen übernehmen?

Jein. Wir würden uns wünschen, möglichst viele unserer Kirchen würden sich unserem neuen Verbandsnamen anschliessen, es gibt aber Gründe, dies nicht zu tun. Eine Lokalkirche kann daher ihren Namen behalten. Sie würde dann beispielsweise in ihren Publikationen irgendwo schreiben bspw. «Kirche XY ist Teil von Viva Kirche Schweiz». Wir ermutigen aber alle Kirchen, eine Anpassung in den nächsten Jahren zu prüfen. Wir erachten dies als sinnvoll aber nicht zwingend.

Was macht Chrischona Schweiz für Vorgaben bzgl. dem Namenswechsel für Lokalkirchen

Chrischona Schweiz wird ein Logo zu «Viva Kirche» entwickeln und ein Corporate Design. Es ist uns ein Anliegen, dass wir mit dem neuen Namen auch eine gemeinsame Kraft gegen aussen entwickeln. Durch eine gemeinsame und einheitliche Pflege unseres Namens fördern wir die Wiedererkennung. Wir möchten uns der Spannung annehmen, dass eine Kirche vor Ort Freiheiten braucht, um gut und spontan agieren zu können und gleichzeitig dem gemeinsamen Auftritt als Viva Kirche Sorge tragen. Wie sich das genau zeigen wird, ist noch nicht ganz klar. Das Corporate Design wird sich voraussichtlich eher auf Empfehlungen und Möglichkeiten beschränken, währenddem wir uns mit dem Logo eine einheitliche Nutzung wünschen. Genaue Infos werden noch folgen, wenn es aktuell wird..