Was spricht dafür, beim Verbandsnamen «Chrischona» zu bleiben?

Ein Re-Branding ist ein Risiko

Chrischona ist eine bekannte und etablierte «Marke». Bis ein neuer Name dieselbe Bekanntheit erreichen wird wie Chrischona, wird es Jahre dauern. Ein Re-Branding braucht einen langen Atem. Mit dem Wechsel ist es nicht getan, es muss weiter kommuniziert werden, um die Marke zu etablieren. Die Motivation, Zeit und Engagement des Verbands muss über längere Zeit hinweg vorhanden sein. Ein Re-Branding bleibt ein heikler Prozess und ist mit vielen Emotionen verbunden.

Ein Namenswechsel kostet

Den Namen zu ändern, kostet Geld, Zeit und Energie. Die Frage ist, wie wichtig der Name für die Arbeit im Reich Gottes ist. Die 50 000.-, die in den Wechsel investiert würde, könnten auch an anderen Orten eingesetzt werden. Neben den Finanzen bindet es auch viele Ressourcen.

Es gibt keinen Zwang zu einem Namenswechsel

Es mag Gründe für einen Wechsel geben, aber keinen Zwang. Weder verlangen die anderen «Chrischona-Inhaber» wie das tsc, die Chrischona Campus AG oder das Diakonissen Mutterhaus St. Chrischona, dass wir uns nicht mehr Chrischona nennen dürften, noch gibt es andere zwingende Gründe, die eine Zukunft mit Chrischona unmöglich machen würden.

Bleiben Lokalkirchen bei «Chrischona», verschwindet die Namensvielfalt nicht

Es ist den Lokalkirchen freigestellt, ob sie den Namenswechsel mitvollziehen oder nicht. Machen aber nicht viele Kirchen mit, würde ein neuer Markenauftritt durch fehlende Breitenwirkung geschwächt und dadurch könnte sich «Viva Kirche» u.U. schlechter etablieren. Dazu kommen die Lokalkirchen, die sich bereits einen neuen Namen gegeben haben. Unter Umständen würde ein Namenswechsel des Verbandes einfach zu einem Namen mehr in unserem Verband führen.

Verschwindet der Name «Chrischona», könnten auch mit Chrischona verbundene Leute weggehen

Die Lokalkirchen sind häufig eng verbunden mit dem «Berg», insbesondere Gemeindeglieder, die mit dem Berg intensive Erlebnisse verbinden und denen die Chrischona-Bewegung am Herzen liegt. Sie könnten sich sagen: «Wenn nicht mehr Chrischona im Namen, dann überhaupt nicht mehr.»

Viele Leute lieben den Namen Chrischona

Viele Chrischona-Besucher und auch Leute ausserhalb von Chrischona hängen am Namen. Sie verbinden gute und starke Erinnerungen damit und sehen keinen Vorteil in einem Namenswechsel.

Nicht alle Lokalkirchen wollen einen Namenswechsel

Es gibt Lokalkirchen und Regionen, wo der Name Chrischona einen guten und intakten Ruf geniesst und es für diese Lokalkirchen keinen Grund gibt, den Namen zu wechseln.

«Chrischona» ist eine etablierte Marke

Vor 180 Jahren war Chrischona nur ein Flurname. In diesen 180 Jahren ist der Name Chrischona aber mit anderem gefüllt worden. Es ist nie der Markenname, der ein „Produkt“ gut oder schlecht macht, es ist immer der Inhalt der entscheidet. Heilsarmee ist als Name in der heutigen Zeit eigentlich ein No go, dieser Name ist aber positiv gefüllt. An einem guten Marken-Image muss man arbeiten.

Eine Pflege der Marke «Chrischona» könnte allen Chrischona-Organisation dienen

Wenn der Markenwert von Chrischona steigt und gut gefüllt wird, dient das allen Organisationen, die Chrischona im Namen tragen. Statt Chrischona Schweiz mit einem neuen Verbandsnamen eigeständiger zu machen, sollte die Energie besser in die gemeinsame Pflege des Labels «Chrischona» gehen.

Was spricht dafür, zum Verbandsnamen «Viva Kirche» zu wechseln?

Die neue Vision und Situation machen einen neuen Namen nachvollziehbar

Die Eigenständigkeit seit 2019 und die neugewonnene Vision «Wir leben Kirche» seit 2021 sind zwei sehr einschneidende Ereignisse, die einen Namenswechsel nachvollziehbar machen. Organisationen, die ihren Namen gefühlt aus der Luft heraus ändern, haben meist einen schweren Stand. Bei Chrischona Schweiz handelt es sich um einen Prozess, der 2018 begonnen hat und natürlich gewachsen ist.

Der neue Name ist eine Reaktion auf eine Unzufriedenheit mit dem bisherigen

2/3 der Pastorenschaft und Gemeindeleitungen sagen, dass ein neuer Name einen Mehrwert bringen würde. 1/3 aller Chrischona Lokalkirchen haben mit ihrem lokalen Namenswechsel in der Vergangenheit bereits kommuniziert, dass sie das Label «Chrischona» als nicht hilfreich empfinden. Wenn so viele Lokalkirchen nicht mehr so wie der Gemeindeverband heissen wollen, dann stimmt etwas nicht. Einen Namenswechsel des Verbands zu vollziehen ist aus dieser Warte betrachtet ein überfälliger Schritt.

Viele Lokalkirchen planen einen Namensprozess oder haben ihn abgeschlossen

Wenn wir jetzt nicht den Verbandsnamen wechseln, werden verschiedene Lokalkirchen einen eigenen Prozess gehen. Die Folge daraus wird sein, dass der Name Chrischona zunehmend aus der Gemeindelandschaft verschwinden wird. «Viva Kirche» würden diesen Prozess höchstens beschleunigen.

Keine Namens-Verwirrung rund um Chrischona

Durch die namentliche und inhaltliche Nähe aller Chrischona-Organisationen wurden diese in der öffentlichen Wahrnehmung kaum unterschieden. Medienberichte vermischen die Aktivitäten der verschiedenen Organisationen miteinander, eine Differenzierung ist kaum möglich. Wer «Chrischona» sagt, meint damit entweder die Theologische Ausbildung («Theologisches Seminar St. Chrischona»), das Naherholungsgebiet («St. Chrischona»), die ehemalige Dachorganisation «Chrischona International», das «Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona», die Chrischona(-Lokalkirchen) in Deutschland oder in der Schweiz. Aufgrund der Tatsache, dass all diese Organisationen seit 2019 eigenständig sind, wird es unmöglich sein, den Namen «Chrischona» strategisch mit demselben Inhalt zu füllen. Ein neuer Name trägt einen wichtigen Teil dazu bei, möglichen Verwirrungen vorzubeugen.

Den Namen Chrischona zu verlassen ist kein Nein zu unseren Wurzeln

Bei einer Hochzeit übernimmt meist ein Ehepartner den Nachnamen des anderen. Deswegen sagt er oder sie nicht Nein zu den Wurzeln, sondern ja zu einer gemeinsamen Zukunft. Ähnlich verhält es sich mit einem neuen Namen für unseren Verband: Nur weil wir Chrischona nicht mehr im Verbandsnamen tragen, bedeutet das noch lange nicht, dass Chrischona keinen Platz mehr in unserem Herzen und unserer Strategie hat.

Chrischona ist nicht überall ein hilfreicher Markenname

«Chrischona» sagt nichts über die DNA unserer Freikirchen aus, wenn man die Geschichte dahinter nicht kennt. Es ist eine «Produktbezeichnung», welches nichts über das «Produkt» aussagt und deshalb immer erklärt werden muss. «Viva Kirche» kommt ihr mit beiden Wörtern der DNA näher: Sowohl im Wort Kirche als auch im Wort Leben ist viel von unserem Selbstverständnis und unserem Auftrag enthalten.

Auch die Ansprüche an einen kurzen, prägnanten Markennamen erfüllt «Chrischona» weniger. Er wirkt für Aussenstehende häufig etwas altertümlich und verstaubt und wird häufig mit «Hare-Krishna» in Verbindung gebracht.

Viva ist ein gesellschaftlich akzeptierter Brand

Wortbildungen mit Viva kommen derzeit immer wieder vor. Organisationen scheinen die Kraft der Bedeutung «Leben» zu schätzen und benennen sich entsprechend. Umso wichtiger, dass es auch eine nationale Organisation gibt, bei der Begegnung mit dem Gott des Lebens stattfinden kann. Durch die breite Verwendung von Viva in der Gesellschaft wird «Viva Kirche» ein seriöser Verbandsname.

Ein neuer Name bietet neue Chancen

Mit einem neuen Namen können wir unsere Neuausrichtung untermalen. Die potenzielle Wirkung des Namens auch gegen aussen, bspw. um neue Leute in die Kirche einzuladen, ist besser. Während für Ausstehende bisher nicht klar war, was sich hinter dem Namen «Chrischona» verbirgt, kann mit «Viva Kirche» unsere Intention und Ausrichtung sehr einfach erklärt werden.

Endlich Mehrsprachigkeit

Chrischona lässt sich nicht mehrsprachig einsetzen. Daher nennen sich unsere Lokalkirchen im Tessin «MPE» und die im Welschland «Église ouverte». Mit dem neuen Brand können wir in allen drei Landesteilen auftreten: Viva Kirche, Église Viva und Chiesa Viva.