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28.09.2017 14:00 Alter: 78 days
Kategorie: Online
Von: Dr. Peter Gloor

Wind of change – seit zweitausend Jahren!

Warum Kirche und Gemeinden sich immer wieder verändern müssen


Wind of Change (Kirche St. Chrischona)

Kirche und Gemeinden müssen sich immer wieder erneuern, um lebendig zu bleiben. Diese Lehre aus der Kirchengeschichte erläutert Dr. Peter Gloor im Impuls «Wind of Change».

Immer wieder bin ich in den letzten Tagen mit der Melodie «Wind of Change» aufgewacht. Nicht gerade ein Worshipsong, einfach ein klassischer Ohrwurm.

«Ohrwürmer» braucht es für Veränderung. Veränderung passiert nicht einfach so, sie macht sich langsam bemerkbar. Je nach Persönlichkeit verdrängt man sie länger oder weniger lang. Die meisten Menschen sind alles andere als begeistert von Veränderung. Deshalb braucht man so einen Ohrwurm – egal, wo die Veränderung stattfindet. Man muss es immer wieder hören, lesen, sich in Erinnerung rufen – es braucht Veränderung! Der Wind muss es dir andauernd in die Ohren flüstern – es braucht Veränderung!

Kirche stirbt, wenn sie sich nicht verändert

Jede Kirche, jede Gemeinde, die sich nicht verändert, erstarrt und stirbt mit der Zeit. Nicht schnell, dafür sind Kirchenstrukturen viel zu resistent, aber nach und nach. Lebendigkeit braucht Veränderung. Ein Organismus ist immer in Veränderung. Er muss sich erneuern – eine Kirche auch. Das ist ein Grund, weshalb wir dieses Jahr fünfhundert Jahre Reformation feiern können. Nicht weil seit fünfhundert Jahren nichts mehr passiert ist, sondern weil sich die Kirche immer wieder erneuert hat, erneuern liess: «ecclesia semper reformanda» – die sich immer erneuernde, reformierende Kirche!

Kirche lebt, wenn sie sich immer wieder verändert

Fünfhundert Jahre Veränderung seit der Reformation! Wenn wir zu den Wurzeln zurückgehen, sind es sogar zweitausend Jahre Kirche, die sich immer neu erfindet. Was für ein «WOW Projekt»! Sicher, die Veränderungen brauchten manchmal sehr lange und haben (unnötig) viele Opfer gekostet. Aber die Kirche – die Gemeinde Jesu – lebt heute noch, auch weil sie sich immer wieder verändert, neu erfindet. Manchmal war die Veränderung eine Rückkehr zu den Wurzeln, zum Ursprung, zum Ausgangspunkt, eine Neuentdeckung des «Alten». Luther und die anderen Reformatoren haben das Wort Gottes neu entdeckt und wieder in den Vordergrund gerückt.

Wind of Change – ein Lied der Hoffnung

«Wind of Change» ist ein Lied der Hoffnung, eine Hoffnung, dass eine bessere Zeit kommt. Menschen sehnen sich danach, dass es besser wird. «The world is closing in and did you ever think, that we could be so close, like brothers. The future's in the air I can feel it everywhere blowing with the wind of change.» (Die Welt wird kleiner, hast du je gedacht, dass wir so nahe sein könnten, wie Brüder? Die Zukunft liegt in der Luft. Ich kann sie fühlen, überall! Sie weht mit dem Wind der Veränderung.)
Es war ein Song der Wende 1991! Die Hoffnung war riesig, dass es jetzt endlich «Frieden auf Erden» würde. Dass es heute nicht mehr danach aussieht, ist leider wahr. Aber die Hoffnung bleibt, dass irgendwann der «Wind of Change» endgültig durchbricht.
«The wind of change blows straight into the face of time. Like a storm wind that will ring the freedom bell for peace of mind» (Der Wind der Veränderung bläst geradewegs ins Gesicht der Zeit. Wie ein Sturmwind, der die Freiheitsglocke für den Frieden der Gedanken läuten wird.)

Lasst den Wind der Veränderung zu!

Wir wissen, woher der «Wind of Change» weht, der endlich Frieden bringt. Und damit dieser Wind durchbricht, brauchen auch wir als Gemeinden und Kirchen immer wieder – auch heute – Veränderung.
Lasst uns die Veränderungen nicht nur annehmen, sondern sie freudig «umarmen» weil sie uns helfen, dass wir unseren Auftrag noch besser erfüllen können. Und damit wir als Kirchen und Gemeinden zukunftsfähig bleiben auch für die kommenden Generationen. Lasst den Wind der Veränderung zu!

Dr. Peter Gloor,
Leiter Chrischona Schweiz

PS: «Take me to the magic of the moment on a glory night, where the children of tomorrow share their dreams with you and me.» Was für ein magischer Moment, wenn die Kinder von Morgen ihre Träume mit uns teilen werden. Weil wir den Wind der Veränderung zuliessen.