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15.05.2017 16:00 Alter: 133 days
Kategorie: Online
Von: Dr. Peter Gloor

Alarm – und keiner hört hin

Impuls von Dr. Peter Gloor


Feueralarm

Feueralarm

Gerade wollte ich es mir gemütlich machen, nach dem anstrengenden Seminartag. Hinlegen, Beine hochlagern und den Tag in Gedanken nochmals durchgehen. Müdigkeit und Zufriedenheit machen sich breit. Es ist still rings um mich herum. Nichts deutet auf irgendeine Gefahr hin, alles im grünen Bereich.

Feueralarm!

Doch plötzlich eine Sirene, die durch Mark und Bein geht. Feueralarm! Ein altes Gebäude, zwar liebevoll und zeitgemäss renoviert, aber mit einer Holztreppe und aus dem 17. Jahrhundert. Also nichts mit Ruhe! Raus auf den Gang, Treppe runter und raus auf den Platz.
Moment mal, was ist los? Kein Mensch auf dem Gang, keine Zimmertüre wird aufgerissen – ausser meiner. Niemand ist im Treppenhaus, nur dieser ohrenbetäubende Sirenenton. Im Erdgeschoss treffe ich dann auf das Hotelpersonal, das versucht, den Alarm abzustellen. Fehlalarm! Die Rezeptionistin telefoniert mit der Feuerwehr und bläst deren Einsatz ab. Feueralarm und (fast) keiner reagiert. Natürlich, es war ein Fehlalarm, aber wer kann das schon wissen? Die Feuerwehr muss ausrücken und die Hotelgäste sollten reagieren – tun es aber nicht. Nur die Profis reagieren, die Feuerwehr und das Hotelpersonal. Kein Problem bei einem Fehlalarm, aber wenn’s wirklich brennt...

Der Aufkleber

Szenenwechsel. Vor mir fährt ein knallroter Fiat Cinquecento – abgesehen von der Grösse einfach ein Autotraum in Rot. Am Heck ein Aufkleber «Don’t follow me, I’m probably lost». Die Aussage ist zweideutig, aber ich beziehe sie auf den geistigen Zustand der Fahrerin. «Ich hab’ mich verirrt, ich hab’ den Weg verloren, ich bin desorientiert, ich bin verloren!» Wow, da hat jemand doch schon eine gewisse Erkenntnis – oder nicht? Ist der Aufkleber sarkastisch gemeint? Macht die Fahrerin sich mit ihrem Statement lustig über diejenigen, die warnen, rufen und aufrufen, sich von Gott finden zu lassen? Gehen ihr die Menschen, die eine Gefahr sehen und das nicht für sich behalten, auf den Wecker? Der Aufkleber ist kein Hilfeschrei: «Hilfe, ich hab’ mich verirrt! Hilfe, ich bin verloren, rettet mich!» Der Aufkleber ist ein Abwehrsignal: «Lass mich in Ruhe, komm mir nicht zu nahe und lass mich den Weg selbst finden, auch wenn ich im Kreis herumirre.» Kein SOS-Ruf, kein Hilfeschrei «Save our souls», kein «Rettet unsere Seelen».

Den Alarm ernst nehmen

Beide Erlebnisse haben zu mir gesprochen oder ER hat durch diese Ereignisse zu mir gesprochen. Nehmen wir den Alarm ernst und geben ihn auch weiter an die Menschen um uns herum? Auch wenn sich Menschen lustig machen über unser Anliegen «Lasst euch versöhnen mit Gott».
Die Profis haben beim Feueralarm reagiert. Sie haben ihren Job gemacht, ihre Berufung gelebt. Paulus sagt: «So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!» (Opens external link in new window2. Korinther 5,20)
Als Botschafter sind wir «Profis» (Berufene), es ist unser «Job», unser Beruf, Menschen auf das einmalige Angebot Gottes hinzuweisen – und das gilt nicht nur für die Pastoren und Pastorinnen. Lasst uns nicht aufhören, im Auftrag Jesu Menschen zu bitten: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Dr. Peter Gloor,
Leiter Chrischona Schweiz