« Vorheriger Artikel: Gemeindeleitungstag 2017: Klug bauen 
10.02.2017 15:33 Alter: 13 days
Kategorie: Online
Von: Dr. Peter Gloor

Ver(w)irrt

Impuls von Dr. Peter Gloor über Schafe und Menschen (Bild: © proleo / pixelio.de)


Schaf im Zaun (Bild: © proleo / pixelio.de)

Schaf im Zaun (Bild: © proleo / pixelio.de)

Was hängt denn da Schwarzes im Zaun?

Gefangen im Elektrozaun

Auf die weite Distanz sehe ich nur etwas Schwarzes im Elektrozaun zappeln. Muss ein Tier sein. Ich gehe hin und richtig: Ein kleines, schwarzes Lamm hat sich mit dem Kopf im Elektrozaun verheddert. Und damit es richtig «Spass» macht, natürlich im Abhang und nicht im flachen Gelände. Ich will ihm helfen. Schliesslich bin ich ja Pastor und Agronom – nur, es hat eine ziemlich sture Ader. Die dicke Winterjacke schützt mich vor dem Strom, aber hin und wieder zwickt es doch. Endlich habe ich den kleinen Kopf aus dem Elektrozaun raus und schiebe es etwas hoch – geschafft! Denkste! Nichts wie zurück in den Zaun, rein ins Drahtgeflecht und in die Elektroschläge. Nochmal von vorne. Und diesmal fliegt der kleine Kerl ein Stück durch die Luft, damit er wieder auf einigermassen flachem Boden steht. Die Mutter kommt dazu und will ihn auch wegschieben. Aber es klappt nicht. Immer wieder will das Lamm in den Elektrozaun. Schlussendlich packe ich es und trage es auf die Anhöhe. Weit genug weg von Abhang und Elektrodraht, denke ich wenigstens. Und was sehe ich, als ich nach ca. einer Stunde wieder vorbei komme? Das Lamm hängt wieder im Elektrodraht und eine Frau versucht es zu befreien. Dass es krank ist, ist mir schon klar, aber so verwirrt kann man doch nicht sein, dass man die Stromstösse nicht mehr spürt – oder?

Umstrickt von Sünde

Doch, kann man, auch als Mensch. Das Lamm hat mich daran erinnert, dass wir Menschen uns immer wieder von der Sünde umstricken lassen. Die «Stromstösse» spüren wir mit der Zeit nicht mehr. Immer wieder wollen wir zurück. Das Volk Israel wollte immer wieder zurück zu den «Fleischtöpfen Ägyptens», zurück in die Sklaverei, weil es dort doch besser war, als unter der Führung des lebendigen Gottes durch die Wüste zu la-schen und Manna zu futtern. Die Peitschenhiebe der ägyptischen Aufseher, die unmenschliche Arbeitslast, die Unfreiheit und Unterdrückung – die Elektrostösse – waren vergessen. Man gewöhnt sich eben an vieles, auch an Ungutes und Ungesundes. Und wenn das Ganze dann noch gut eingepackt ist in Werbung, Propaganda, falsche Versprechen, ist man noch schneller bereit, den Kopf in den Elektrozaun oder in die sprichwörtliche Schlinge zu stecken. Schafe – und Menschen – sind so. Irgendwann setzt die Betäubung ein, und man findet es gar nicht so schlimm. Und wenn dann jemand kommt, der helfen will und dir sagt, dass es so nicht geht, dann verhält Mensch sich genau wie das Lamm im Elektroweidezaun.
Schliesslich fährt ein Pick-up heran und der telefonisch alarmierte Besitzer kommt. Er nimmt das Lamm mit und wird es behandeln. Er weiss, was es braucht und wie er es behandeln muss. Er kennt seine Schafe und seine Lämmer und er kennt die notwendige Therapie, die richtige Medizin.

Den Blick auf Jesus richten

«Wir sind also von einer grossen Schar von Zeugen umgeben, deren Leben uns zeigt, dass es durch den Glauben möglich ist, den uns aufgetragenen Kampf zu bestehen. Deshalb wollen auch wir – wie Läufer bei einem Wettkampf – mit aller Ausdauer dem Ziel entgegenlaufen. Wir wollen alles ablegen, was uns beim Laufen hindert, uns von der Sünde trennen, die uns so leicht gefangen nimmt, und unseren Blick auf Jesus richten, den Wegbereiter des Glaubens, der uns ans Ziel vorausgegangen ist.» (Opens external link in new windowHebräer 12,1.2)

Lasst uns einander helfen, in diesem uns aufgetragenen Kampf zu bestehen! Lasst uns noch viele Menschen aus den Netzen der Sünde herauslösen, auch wenn wir dabei dreckige Hände bekommen. Auch wenn wir enttäuscht werden, weil Menschen sich immer und immer wieder kopfüber in das stürzen, was sie bindet, sie unfrei und auch krankmacht. Wir geben nicht auf! Und dabei vergessen wir nicht, auf JESUS zu sehen!

Jesus segne euch!
Dr. Peter Gloor
Leiter Chrischona Schweiz